Power Yoga und Pilates im Wohlfühlbereich
Der Weise Pantanjali schrieb seine Beobachtungen über die menschliche Natur und die gesellschaftlichen Normen seiner Zeit in von Form von Aphorismen nieder.
Diese befassen sich mit allen Bereichen des menschlichen Lebens; sie beginnen mit einem Kodex für korrektes Benehmen und enden mit dem höchsten Ziel menschlichen Seins: Emanzipation und Freiheit. Diese Aphorismen umfassen drei Lehrsätze des Yoga, die als astanga, die »acht Glieder oder Stufen« bekannt sind.
Yama ist die erste Stufe und verkörpert den ethischen Verhaltenskodex, den wir befolgen sollten:
Diese zweite Stufe beinhaltet Vorschläge, die uns selbst betreffen:
Tiefe Zufriedenheit lässt uns grenzenloses Glück erfahren. Pantanjali, Sutra 2.42
Es gibt heute eine Vielzahl von Yoga-Übungen; zur Zeit des Pantanyali gab es jedoch nur den Lotussitz - ein aufrechter Sitz auf dem Boden. Der klassische Yoga kannte nur dieses eine Asana, alle anderen wurden erst viel später im Hatha-Yoga entwickelt.
Üben bedeutet, dass wir eine passende Anstrengung auf uns nehmen mit dem Ziel, uns dem Zustand des Yoga anzunähern, ihn zu erreichen und aufrechtzuerhalten. Pantanjali, Sutra 1.13
Das wesentlichste Merkmal eines Asanas ist das Verweilen in Stabilität und Leichtigkeit. Normalerweise sind wir geistig immer in Bewegung, aber die Asana dient der Zentrierung und Sammlung unseres ganzen Wesens inkl. dem Geist. Dieses Stillhalten soll aber unverkrampft erfolgen, denn nur so kann der Körper Gefallen an den Haltungen finden, da nur so die Energie frei fließen kann. Diese Leichtigkeit wird jedoch erst durch regelmäßiges, richtig dosiertes Üben erreicht.
Die Atmung spiegelt unseren Gemühtszustand im Laufe des Tages wieder; auf den wir jedoch durch bewusstes Ein- und Ausatmen einwirken können. Die Pranayamas reinigen uns von inneren Blockaden: Daher wird jemand, der sich aufregt, auch oft geraten »erstmal die Luft anzuhalten« oder »tief durchzuatmen«.
Diese fünfte Stufe befasst sich mit der Fähigkeit, die Konzentration auf die innere Ausrichtung zu lenken und sich nicht durch äußere Reize ablenken zu lassen.
Dharana ist die Fähigkeit, die gesamte Aufmerksamkeit auf einen einzigen Punkt zu richten und alles andere auszublenden. Nur wenn das möglich ist, kann man tiefer in einen Sachverhalt eindringen.
Während bei der Konzentration noch die Umgebung wahrgenommen wird, ist die Aufmerksamkeit in der Meditation durch nichts abgelenkt, man ist völlig versunken.
Samadhi ist die achte Stufe und gleichzeitig das Ziel des Weges. Der Zustand des Verschmelzens meint, das wir eins sind mit uns und der Welt. Unsere Aufmerksamkeit ist auf das gerichtet, was uns mit anderen Menschen verbindet und nicht was uns von ihnen trennt.
Yama und Niyama sind eigentlich als Einstieg in die Yoga-Praxis gedacht. Aber meist beginnt man mit den Asanas und der Atmung seine Yoga-Übungen. Die beiden ersten Stufen können jedoch als wertvolle Anregungen für ein zufriedeneres Leben verstanden werden.